Warum gibt mir mein Partner nicht was ich brauche – diese Frage brennt in so vielen Beziehungen.
In diesem Beitrag zeige ich dir, warum dein Wunsch nach Liebe, Aufmerksamkeit und Sicherheit oft ins Leere läuft und wie unbewusste kindliche Ansprüche eure Beziehung blockieren.
Du erfährst, warum Druck entsteht, woher er wirklich kommt und was du tun kannst, um wieder in Verbindung zu kommen – ohne zu kämpfen, ohne zu fordern, ohne dich zu verlieren.
Hier kommst du zu mehr Klarheit, wie du Beziehung ohne Ansprüche führst:
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Katharina hat in einer unserer frühen Beziehungsphasen einen Satz gesagt, der mich gleichzeitig wütend gemacht und beschämt hat. Sie meinte sinngemäß: du hast keinen anspruch auf mich.
In mir ist sofort Druck entstanden. Nicht nur Druck, sondern so ein inneres Zusammenzucken. Weil da etwas in mir war, das geschrien hat: doch. doch, verdammt. ich habe anspruch. ich will doch nur, dass du mich siehst. ich will, dass du mir zuhörst. ich will, dass du mich verstehst. ich will spüren, dass du mich liebst.
Und genau da beginnt das Thema, über das ich heute schreibe. Weil dieser Satz nicht nur mich betrifft. Er betrifft fast jede Beziehung, in der ein Mensch innerlich wartet, dass der andere endlich liefert.
Ich sehe das so oft: eine frau sitzt mir gegenüber und sagt mit völlig nachvollziehbarer Verzweiflung: ich gebe alles für unsere verbindung. du sollst mir doch mal zuhören. du sollst mich verstehen. ich will, dass ich die liebe spüre von dir. ich brauche aufmerksamkeit. ich möchte wertschätzung.
Und wenn ich dann frage, was sie innerlich in diesen Momenten wirklich meint, kommt oft etwas wie: das steht mir doch zu. vor allem steht mir zu, dass du es mir gibst.
Und jetzt kommt der Teil, der unbequem ist. Nicht, weil diese Sehnsucht falsch wäre. Sondern weil diese Sehnsucht in dem Moment einen Anspruch bekommt. Und Anspruch erzeugt Druck. Immer.
Lass mich das sauber auseinandernehmen, damit du dich nicht falsch verstehst.
Es ist völlig legitim, dass du dir wünschst, gesehen zu werden. verstanden zu werden. liebe zu spüren. sicherheit zu fühlen. wichtig zu sein.
Das sind menschliche Grundbedürfnisse.
Aber sobald du innerlich in den Satz kippst: du sollst mir das geben, passiert etwas in deinem gegenüber. Oft sofort. Manchmal still. Manchmal erst nach Wochen. Aber es passiert.
Ich kann dir sagen, was in mir passiert ist, als Katharina damals in diesen Anspruch geraten ist. Nach dem ersten du sollst, du sollst, du sollst, habe ich innerlich abgeschaltet. Nicht, weil ich sie nicht liebe. Nicht, weil ich sie nicht wichtig finde. Sondern weil ich Druck gespürt habe.
Es war, als würde etwas in mir sagen: ich muss jetzt liefern, sonst bin ich falsch. ich muss jetzt deine innere welt reparieren, sonst kriege ich stress. ich muss jetzt deine gefühle beruhigen, sonst eskaliert es.
Und das ist der Moment, in dem liebe nicht mehr fließt. Weil liebe Freiheit braucht. Und Anspruch nimmt Freiheit.
Hier wird es spannend. Weil der Anspruch nicht aus dem Heute kommt. Er kommt aus deiner Vergangenheit.
Als Kind hast du einen echten Anspruch. Einen berechtigten. Einen biologischen Anspruch.
Ein Kind hat Anspruch auf seine Eltern. Auf Nähe. Auf Sicherheit. Auf Schutz. Auf Zuwendung. Auf gesehen werden. Auf anerkennung. Auf dieses kritikfreie Geliebtwerden, das ein Kind braucht, um innerlich sicher zu werden.
Ein kleines Mädchen oder ein kleiner Junge kann sich das nicht selbst geben. Es braucht ein erwachsenes Gegenüber.
Und jetzt kommt die Wahrheit, die fast alle betrifft: Unsere Eltern konnten das nicht immer so geben. Nicht weil sie böse waren. Sondern weil sie selbst geprägt waren, selbst abgelenkt, selbst überfordert, selbst emotional nicht frei.
Also wächst du mit einer Lücke auf.
Und diese Lücke bleibt nicht einfach in der Kindheit. Sie geht mit. Sie wartet. Sie sucht.
Später, als Erwachsene, verwechseln wir oft diesen kindlichen Anspruch mit dem Anspruch in der Partnerschaft. Und dann passiert etwas, das auf den ersten Blick wie Liebe aussieht, aber in Wahrheit ein ganz altes Programm ist:
Gib du mir jetzt das, was mir früher gefehlt hat.
Ich will, dass du mir zuhörst, damit ich mich endlich wichtig fühle.
Ich will, dass du mich verstehst, damit ich mich endlich gesehen fühle.
Ich will, dass du mir liebe gibst, damit ich mich endlich sicher fühle.
Ich will deine aufmerksamkeit, damit ich mich endlich geborgen fühle.
Und das klingt romantisch. Aber innerlich ist es ein Rettungsauftrag.
Das passiert nicht bewusst. Kein Mensch steht morgens auf und sagt: heute mache ich meinen partner zu meinem ersatzpapa.
Aber unbewusst passiert genau das.
Wenn dieser Anspruch aktiv ist, wird dein partner zum Ersatzelternteil. Er soll dir geben, was damals gefehlt hat. Und damit verliert er Freiheit. Und du verlierst Freiheit. Weil du dann nicht mehr wirklich in einer erwachsenen Partnerschaft bist, sondern in einer Verstrickung.
Katharina hat das in unserer Folge so klar gesagt: dann verliert der partner jegliche freiheit.
Und genau das erklärt so viele komplexe Beziehungsdynamiken.
Denn sobald dein partner spürt, dass er für deine innere Stabilität verantwortlich ist, entsteht Druck.
Und Druck erzeugt Widerstand. Oder Rückzug. Oder Autonomie. Oder Kälte.
Das ist einer der bittersten Sätze, die ich in Beziehungen kenne. Und gleichzeitig einer der wahrsten.
Je mehr du es brauchst, desto weniger bekommst du es.
Warum?
Weil dein Bedürfnis nicht einfach ein Wunsch ist, sondern eine Forderung an das Gegenüber, dein Inneres zu regulieren. Und das kann kein Partner dauerhaft.
Ich erinnere mich an meine früheren Beziehungen. Da war in mir so oft der Kleine am Start, der innerlich gesagt hat: gib mir doch diese liebe, diese nähe. ich habe so sehnsucht. mama.
Und genau das hat in Frauen Widerstand erzeugt. Die konnten das nicht so benennen, aber es war spürbar. Es war, als würde etwas in ihnen sagen: ich kann nicht atmen. ich bin verantwortlich für etwas, das zu groß ist. ich muss liefern. ich muss halten. ich muss beruhigen.
Und dann passiert das, was dich zur Weißglut treiben kann: der andere geht in Distanz.
Nicht, weil er dich nicht liebt. Sondern weil er sich wieder frei fühlen will.
Und dann stehst du da und denkst: siehst du? genau deshalb brauche ich es ja noch mehr. gib mir doch endlich.
Und der Kreislauf wird enger und enger.
Ich schreibe jetzt den Satz so, wie er oft in dir klingt: warum gibt mir mein partner nicht was ich brauche.
Die Antwort ist unbequem, aber sie befreit dich:
Weil dein partner nicht die Person ist, die deinem inneren Kind das geben kann, was es wirklich sucht.
Du suchst etwas, das älter ist als eure Beziehung. Du suchst Sicherheit, die nicht im Heute entstanden ist. Du suchst gesehen werden, das nicht erst seit gestern fehlt. Du suchst Liebe, die früher an Bedingungen geknüpft war oder gar nicht verfügbar war.
Und du versuchst, diese Lücke im Außen zu schließen.
Das Problem ist nur: Das Außen kann diese Lücke nicht schließen. Nicht dauerhaft. Nicht in der Tiefe. Nicht so, wie dein inneres Kind es meint.
Das ist der Schlüssel.
Der einzige erwachsene Mensch, der in Wahrheit dazu in der Lage ist, dir das alles zu geben, bist du. Dein Erwachsenen-Ich.
Das heißt nicht, dass du dir in einer Beziehung nichts wünschen darfst. Natürlich darfst du Interaktion wollen. Nähe wollen. Gespräche wollen. Berührung wollen.
Aber dieser Anspruch, dieses ich brauche das von dir, sonst zerfalle ich, den hast du als Erwachsene nur noch an dich selbst.
Das innere Kind hat ein erwachsenes Gegenüber. Und dieses erwachsene Gegenüber bist du, nicht dein partner.
Das klingt erstmal unsexy. Katharina hat es so schön gesagt: es wäre doch so schön, es irgendwie von dir haben zu können. es wäre so schön, es von wem anders zu bekommen.
Ja. Das ist die Sehnsucht.
Und gleichzeitig hast du vermutlich schon lang genug versucht, das so zu lösen. Und es hat nicht funktioniert. Nicht, weil du zu wenig bist. Sondern weil es ein falscher Ort ist.
Ich will dir das nicht nur erklären. Ich will dir etwas geben, das du sofort anwenden kannst. So, wie wir es in der Folge gemacht haben.
Mach es bitte nicht, wenn du gerade Auto fährst oder irgendwo im Verkehr bist.
Schließ kurz deine Augen.
Leg eine Hand auf dein Herz oder auf deinen Bauch.
Atme bewusst ein und aus.
Und jetzt erlaub dir innerlich genau das da sein zu lassen, was du dir von deinem partner wünschst. Was er dir doch verdammt nochmal geben soll.
Nimm das Erste, was kommt. Das ist meistens das, was gerade am wichtigsten ist.
Er soll mir zuhören.
Er soll mich verstehen.
Er soll mir liebe zeigen.
Er soll mich wertschätzen.
Er soll mir sicherheit geben.
Bleib bei diesem Gefühl.
Und schau mal, ob du wahrnehmen kannst, dass dahinter Sehnsucht liegt. Große Sehnsucht.
Sehnsucht nach Geliebtwerden.
Sehnsucht nach sicher sein in der Beziehung.
Sehnsucht nach wichtig sein.
Und jetzt kommt der entscheidende Schritt. Du beginnst, es zu übernehmen. Nicht perfekt. Nicht technisch. Sondern innerlich.
Sag diesen Satz:
ich bin bereit, dafür die verantwortung zu übernehmen.
Du legst es dir innerlich in dein Herz hinein.
Und du musst in diesem Moment nicht wissen, wie das geht.
Dieser Satz reicht erstmal.
Atme ein und aus.
Öffne wieder deine Augen.
Die Übung wirkt nicht, weil du dich beruhigst. Sie wirkt, weil du die Verantwortung zurückholst.
Du nimmst die Last vom anderen weg.
Du nimmst dir selbst die Ohnmacht weg.
Du hörst auf, im Außen zu betteln.
Und damit passiert etwas Magisches: Der Druck fällt.
Und wenn der Druck fällt, verändert sich dein Verhalten. Nicht künstlich, sondern organisch.
Du wirst weicher.
Du wirst klarer.
Du wirst weniger abhängig.
Du wirst weniger fordernd.
Du wirst präsenter.
Und dein partner spürt das.
Nicht als Trick.
Sondern als Entlastung.
Ich sag es ganz deutlich: Diese Veränderung ist nicht nur nett. Sie ist fundamental.
Wenn du Verantwortung übernimmst, wird dein partner wieder partner. Nicht ersatzelternteil.
Und dann kann Beziehung wieder frei fließen.
Du fühlst dich sicherer, auch wenn dein partner dir nicht in jedem Moment alles gibt, was du brauchst. Weil du dich nicht mehr an sein Verhalten hängen musst, um dich innerlich zu halten.
Das heißt nicht, dass du alles alleine machen sollst. Es heißt, dass du das Fundament in dir baust, statt es beim anderen einzufordern.
Viele Paare streiten nicht über die Spülmaschine.
Sie streiten über Bedeutung.
Du hast mich nicht gesehen.
Du hast mich nicht ernst genommen.
Du hast mir nicht zugehört.
Du hast mir nicht gegeben, was ich brauche.
Und dahinter steht oft: ich fühle mich wieder wie früher.
Wenn du anfängst, das in dir zu erkennen und zu halten, werden Gespräche plötzlich erwachsener. Nicht, weil du besser argumentierst, sondern weil du nicht mehr aus dem Kind-Anteil heraus kämpfst.
Dann kannst du sagen:
ich wünsche mir, dass du mir zuhörst.
statt:
du sollst mir zuhören.
Du spürst den Unterschied, oder?
Der erste Satz ist ein Wunsch.
Der zweite ist Anspruch.
Der erste Satz lädt ein.
Der zweite macht Druck.
Und Druck erzeugt Distanz.
Wenn du dich immer wieder fragst: warum gibt mir mein Partner nicht was ich brauche, dann ist das kein Zeichen, dass du zu viel willst.
Es ist ein Zeichen, dass da etwas in dir ist, das endlich ernst genommen werden will. Von dir.
Und ja, das ist Arbeit. Das ist eine Nummer. Das ist nicht in drei Atemzügen erledigt.
Aber es ist der Schlüssel, der wirklich trägt.
Und wenn du dich darin wiedererkennst und merkst: ich hänge da schon so lange drin, dann ist es manchmal hilfreich, das nicht alleine zu machen. Nicht, weil du schwach bist. Sondern weil alte Muster in Beziehung entstanden sind und sich oft in Beziehung am besten lösen.
Unter dem Video findest du den Link. Und im ersten Gespräch mit mir finden wir heraus, wie du das wirklich verantwortungsvoll in deine Hände nimmst, damit du in eine echte Selbstermächtigung kommst.
Was denkst du?