Bedürfnisse erkennen: Warum du dich nicht spürst #270

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Bedürfnisse erkennen klingt simpel – und trotzdem sagen viele: ich spür mich nicht, ich weiß nicht, was ich will. In dieser Folge zeige ich dir, warum das kein Defekt in dir ist, sondern ein gelerntes Muster aus Kindheit, Schule und Anpassung. Du erfährst, warum dein inneres Licht oft nie „angeknipst“ wurde – und wie du es heute als Erwachsene wieder einschaltest. Am Ende bekommst du eine Mini-Übung, mit der du sofort beginnen kannst.


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Bedürfnisse erkennen: Warum du dich nicht spürst

Kennst du diesen Gedanken?

ich weiß gar nicht, was ich will.
ich spür mich gar nicht.
ich weiß nicht, was ich brauche.

Und dann kommt oft gleich der nächste Gedanke hinterher:

mit mir stimmt was nicht.

Ich sag dir gleich am Anfang etwas, das dir Druck rausnehmen soll:
Das ist in den allermeisten Fällen kein Defekt. Kein Fehler im System. Du bist nicht kaputt.

Dein Körper spürt längst, was du willst und brauchst. Du hast nur – so wie viele da draußen – etwas ganz anderes gelernt: dich nach außen auszurichten. zu funktionieren. dich zu verlieren. und dabei das innere Licht, das dir zeigt, was du brauchst, immer weiter runterzudrehen.

In dieser Folge (und jetzt in diesem Blogbeitrag) schauen wir genau hin:
woher kommt das? warum passiert das so vielen? und was kannst du ganz konkret tun, um wieder in Kontakt zu dir zu kommen?

Wenn du dich im Außen verlierst, hörst du dich selbst nicht mehr

Katharina hat es in unserem Gespräch so treffend beschrieben:
Es gab in ihrem Leben viele Momente, in denen sie sich in anderen Menschen verloren hat. Nicht, weil sie „zu blöd“ war. Sondern weil sie so damit beschäftigt war, irgendwas richtig zu machen, irgendwas zu erfüllen, irgendwie passend zu sein, dass sie gar nicht mehr hören konnte, was sie selbst will und braucht.

Und ja – bei vielen passiert das besonders in Beziehungen.
Aber es passiert auch überall dort, wo Anforderungen an dich gestellt sind: im Job, in der Familie, in Rollen, in denen du „funktionieren“ sollst.

Das Muster ist dann fast immer das gleiche:

Du bist mit deiner Aufmerksamkeit im Außen.
Du scannst ständig: Was wird von mir erwartet? Was muss ich liefern? Wie darf ich sein, damit es passt?

Und während du das tust, wird es innen leise.
So leise, dass du irgendwann glaubst: Ich hab gar keine Bedürfnisse. Ich weiß gar nicht, was ich will.

Warum ist es so schwer, Bedürfnisse zu spüren?

Wir wissen ja alle theoretisch: Bedürfnisse sind wichtig. Natürlich.
Nur: Wissen hilft dir nicht, wenn dein System es nie gelernt hat.

Und jetzt kommt ein Punkt, der vielen im ersten Moment wehtut – aber gleichzeitig erklärt er so viel:

In deiner Kindheit ging es oft nicht darum, was du wirklich willst, was du brauchst, was für dich stimmig ist.

Nicht, weil deine Eltern böse waren. Nicht, weil Lehrer böse waren.
Sondern weil vielen Erwachsenen das Bewusstsein und die Kapazität gefehlt hat.

Und genau da beginnt das Problem:
Kinder können dieses innere Licht nicht allein anknipsen. Das braucht zuerst ein Gegenüber.

Das Beispiel Schule: Du wirst auf Anpassung trainiert

Ich nehme die Schule gern als Beispiel, weil fast jede und jeder von uns das erlebt hat.

Stell dir die kleine Version von dir im Klassenzimmer vor.
Du sitzt da, vorne steht der Lehrer, es geht um Stoff, um Zeit, um Leistung. Du bist ohnehin überfordert, weil gleichzeitig soziale Dinge passieren, Druck passiert, Zuhause passiert, dein Nervensystem passiert.

Und jetzt die entscheidende Frage:

Wo ist der Moment, wo jemand zu dir kommt und sagt:
Wie geht’s dir gerade? Was brauchst du, damit du gut da sein kannst? Was ist jetzt für dich stimmig?

Den Moment gab es selten. Oft nie.

Stattdessen hast du gelernt:

  • Es zählt, was vorne passiert.
  • Es zählt, was gefordert ist.
  • Es zählt, was richtig ist.
  • Und vor allem: Es zählt, was falsch ist.

Katharina hat etwas angesprochen, das viele spüren:
Diese massive Konzentration auf Fehler. Auf „nicht genug“. Auf „besser werden“.
Stärken? Interesse? Tiefe? echtes Verstehen? oft nebensächlich.

Wenn du feinfühlig bist, wenn du dich vertiefen willst, wenn du Dinge wirklich durchdringen möchtest, dann lernst du sehr früh:

Dafür ist hier kein Platz.

Und so beginnt die innere Logik:

  • Ich orientiere mich nach außen.
  • Ich passe mich an.
  • Ich erfülle.

Und das, was ich innerlich will, wird unwichtig.

Das innere Licht wurde nicht angeknipst

Ich benutze dafür gerne ein Bild, das im Gespräch auch gefallen ist:

Als Kind braucht es jemanden, der „das Licht anknipst“.
Einen Spotlight, der zu dir sagt: Jetzt geht’s um dich. Jetzt bist du wichtig. Wie geht’s dir? Was brauchst du?

Wenn niemand kommt und das Licht anknipst, passiert etwas ganz Natürliches:
Dein System lernt: Das ist nicht wichtig. Ich bin nicht wichtig. Meine Innenwelt zählt nicht.

Und jetzt kommt der nächste Schritt:
Du drehst dieses innere Licht immer weiter runter.

Und dann stehst du als Erwachsene da und sagst:
Ich spür mich nicht. Ich weiß nicht, was ich will.

Das ist die logische Folge – nicht dein persönliches Versagen.

Und manchmal wurde das Licht sogar aktiv ausgeschaltet

Es gibt noch eine zweite Erfahrung, die viele kennen:

Nicht nur, dass niemand das Licht angeknipst hat.
Manchmal wurdest du sogar dafür bestraft, wenn du ein Bedürfnis hattest.

Du sagst etwas, du willst etwas, du brauchst etwas – und es kommt:

Nein.
Ignoranz.
Schweigen.
beleidigt sein.
Liebesentzug.
„Stell dich nicht so an.“

Dann lernt dein System noch stärker:

Wenn ich Bedürfnisse habe, wird es gefährlich.
Dann verliere ich Verbindung. Dann wird es kalt. Dann wird es unangenehm.

Und zack – wieder ein Grund mehr, das innere Licht auszuschalten.

Bedürfnisse erkennen: Was ist der erste echte Schritt?

Jetzt kommt etwas Wichtiges:

Viele wollen sofort „aussprechen lernen“. Kommunikation. Ich-Botschaften. Grenzen setzen.
Ja, das ist später wichtig.

Aber davor kommt etwas, das fast alle überspringen:

Erstmal wieder wahrnehmen.

Katharina hat es schön gesagt:
Der erste Schritt ist nicht: Ich sag’s laut.
Der erste Schritt ist: Ich erlaube es mir überhaupt, es zu merken.

Das klingt banal. Ist es aber nicht.

Denn wenn du jahrelang trainiert warst, dich zu übergehen, dann ist schon das ehrliche Innere Wahrnehmen ein Akt von Mut.

Zum Beispiel:

boah, das taugt mir gerade gar nicht.
eigentlich will ich das nicht.
eigentlich fühl ich mich gerade eng.
eigentlich will ich gerade Ruhe.
eigentlich will ich Nähe – aber nicht zu dem Preis.

Allein das zu merken, ohne es wegzuschieben, ist schon „Licht an“.

Der zweite Schritt: Dazu stehen und es ausdrücken

Erst wenn du wieder spürst, was du willst, kannst du lernen, es auch auszudrücken.

Und auch das ist eine eigene Kunst, weil viele dann im Körper erleben:

Wenn ich das sage, passiert was.

Vielleicht:

Herzklopfen.
Druck im Hals.
Angst vor Konflikt.
Angst, dass jemand beleidigt ist.
Angst, dass ich abgelehnt werde.

Das ist normal, wenn du es früher nicht durftest.

Darum geht’s nicht um „ich sag’s jetzt halt einfach“.
Sondern um: ich lerne, das auszuhalten, was in mir passiert, während ich es sage.

Ein Bild, das dir helfen kann: Die Tür geht auf

Ich mach es mal bildhaft, weil es dein System oft besser versteht als nur Konzepte:

Stell dir vor, die Tür geht auf.
Und da kommt jemand rein – heute bist du das.

Du setzt dich zu dem Kind in dir.
Du bist mit deiner ganzen Aufmerksamkeit da.

Und du fragst:

  1. Wie geht’s dir?
  2. Was brauchst du?
  3. Was fühlst du?
  4. Was würdest du jetzt gerne tun?

Das ist genau der Moment, den viele als Kind nie hatten.
Und den du dir heute geben kannst.

Dadurch entsteht Sicherheit.
Und Sicherheit ist die Grundlage dafür, dass Bedürfnisse überhaupt wieder auftauchen dürfen.

Mini-Übung: Schalte das Licht an

Mach das jetzt gerne direkt mit. Zwei Minuten.

Wenn du gerade Auto fährst oder unterwegs bist: später.

1) Augen zu
Atme einmal bewusst ein und aus.

2) Stell dir ein warmes, angenehmes Licht vor
Kein Baustellen-Scheinwerfer. Eher wie ein sanftes, goldenes Licht.

3) Dieses Licht geht über dem Kind in dir an
Und während es an ist, bekommt dieses Kind eine Botschaft:

es ist wichtig, wie es dir geht.
es ist wichtig, wie du dich fühlst.
du bist wichtig.

Bleib 20–30 Sekunden bei diesem Bild. Atme.

Wenn du willst, sag dir innerlich einen Satz dazu, zum Beispiel:

ich darf mich wieder spüren.
ich darf merken, was ich brauche.

4) Augen auf
Und dann nimm nur wahr: Hat sich minimal etwas verändert? Ein bisschen mehr Ruhe? Ein bisschen mehr Wärme? Ein bisschen mehr Kontakt?

Das reicht für den Anfang.

Wichtig ist nicht „perfekt fühlen“.
Wichtig ist: beginnen.

Warum diese Übung wirkt (ohne Esoterik)

Weil du damit etwas tust, das früher gefehlt hat:

Du gibst Aufmerksamkeit nach innen.
Du machst dein Erleben wichtig.
Du trainierst dein System, wieder Signale wahrzunehmen.

Und ja: Dein Körper weiß längst, was du brauchst.
Dieses Wissen ist nur oft zugedeckt – von Anpassung, Leistung, Angst vor Ablehnung, und dem alten Reflex: erst die anderen, dann ich.

Wenn du wirklich beginnen willst

Wenn du beim Lesen merkst:

ich check’s.
ich will das verändern.
ich will nicht mehr nur funktionieren.

Dann gibt es zwei sinnvolle nächste Schritte, je nachdem, wo du stehst:

Klarheitsgespräch (wenn du es individuell lösen willst)
Da schauen wir konkret: Wo verlierst du dich? Was hat dich geprägt? Was ist dein Muster? Was braucht das Kind in dir wirklich?

Inner Child Beginner (wenn du praktisch starten willst)
Sechs Stunden, klare Anleitung, du musst nicht alles allein herausfinden. Du lernst, dich dem Kind in dir zuzuwenden und dieses innere Licht wieder anzuschalten – Schritt für Schritt.

Zum Abschluss: Du bist nicht ohne Bedürfnisse. Du bist nur trainiert worden, sie nicht zu hören.

Wenn du heute sagst:

ich weiß nicht, was ich will.

Dann kann es sein, dass du nicht „leer“ bist, sondern dass du lange gelernt hast, dich selbst zu überhören.

Und genau deshalb ist diese Arbeit so kraftvoll, wenn du sie wirklich beginnst:

Du musst nicht etwas Neues „erfinden“.
Du musst etwas Altes wieder freilegen.

Dein inneres Licht ist da.
Jetzt darfst du es wieder anschalten.

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