Angst vor Nähe in der Beziehung – und trotzdem eine riesige Sehnsucht nach Liebe, Verbindung und echter Nähe. Genau das erleben so viele Frauen: Sie wünschen sich Beziehung, Nähe, Geborgenheit – und wenn sie endlich da ist, macht innerlich plötzlich alles zu. Der Körper spannt an, das Herz zieht sich zusammen, und statt Verbindung entsteht Rückzug, Distanz, Überforderung und ein Gefühl von Enge. In diesem Beitrag nehmen wir dich mit hinein, warum das passiert, was das mit deinem inneren Kind und deiner Vergangenheit zu tun hat – und wie du heute lernen kannst, Nähe wirklich zuzulassen, ohne dich selbst zu verlieren.
Es gibt diesen Moment, den so viele Frauen kennen:
Du sehnst dich nach Nähe, nach Verbindung, nach diesem Gefühl von „endlich gehalten sein“. Du wünschst dir Beziehung, wirkliche Partnerschaft und dieses tiefe Spüren von „Ich gehöre dazu“.
Und dann passiert das Gegenteil.
Sobald Nähe entsteht, macht etwas in dir zu.
Es wird eng, unangenehm, dein Körper spannt an. Du gehst innerlich auf Abstand, ziehst dich zurück – oder flüchtest sogar ganz aus der Beziehung. Und das, obwohl ein Teil in dir sich nichts mehr wünscht als genau diese Nähe.
Warum passiert das?
Warum wünscht du dir Liebe – aber dein System wehrt sie gleichzeitig ab?
Genau darüber sprechen Katharina und ich in dieser Podcastfolge. Und ich möchte dich hier Schritt für Schritt mitnehmen, damit du dich besser verstehst, dich nicht länger verurteilst – und begreifst, dass du damit nicht falsch bist.
Ganz im Gegenteil: Dein System funktioniert.
Viele Frauen erzählen uns genau das gleiche Bild:
„Ich sehne mich nach Beziehung. Ich will jemanden nah an mich heranlassen. Ich will mich geborgen fühlen. Aber sobald es wirklich nah wird, fühlt es sich eng an. Unfrei. Bedrohlich. Ich verliere mich. Ich werde kleiner. Oder ich will nur noch weg.“
Und vielleicht erkennst du dich darin wieder.
Das fühlt sich nicht logisch an.
Denn natürlich wissen wir alle: Nähe ist menschlich. Nähe ist zutiefst natürlich. Wir sind als Menschen für Verbindung gemacht.
Doch das Problem liegt nicht im Kopf.
Es liegt nicht in deinem bewussten Wollen.
Es passiert viel tiefer.
In deinem Nervensystem.
In deinem Körper.
In dem Teil in dir, der gelernt hat, was Nähe bedeutet.
Und genau da liegt der Schlüssel.
Diese Angst vor Nähe entsteht nicht in deiner erwachsenen Frau heute.
Sie entsteht in deinem Gewordensein.
In deiner Kindheit.
In deinen frühesten Beziehungserfahrungen.
Denn dort hast du gelernt:
Was bedeutet Nähe?
Wie sicher ist Verbindung?
Was kostet sie mich?
Darf ich sein, wie ich bin – oder muss ich mich anpassen?
Katharina erzählt in der Folge von sich selbst.
Sie hat sich immer nach Beziehung gesehnt. Nach echter Nähe. Nach Verbindung.
Und gleichzeitig fühlte sie sich sofort eingeengt, sobald diese Nähe da war.
Warum?
Weil ihr Körper gelernt hatte:
Nähe bedeutet,
Ihr Vater war ein charismatischer, kreativer Mensch – aber emotional nicht verfügbar. Nähe gab es nur unter Bedingungen. Aufmerksamkeit bekam sie nur, wenn sie so funktionierte, wie er es wollte.
Und so passierte in ihrem Inneren etwas Entscheidendes:
Nähe = Liebe
aber
Nähe = ich verliere mich
Und wenn dein System das einmal gelernt hat, dann speichert es das ab.
Nicht im Kopf. Sondern im Körper. Im Nervensystem.
Vielleicht hilft dir dieser Satz so sehr wie so vielen Menschen:
👉 Dein Körper schützt nicht die erwachsene Frau, die du heute bist.
Wenn du heute Nähe erlebst, reagiert nicht nur die Erwachsene.
Es reagiert die Kleine in dir.
Die gelernt hat:
Nicht, weil du kaputt bist.
Nicht, weil du „bindungsunfähig“ bist.
Sondern weil dein System dich schützt.
Und ja – das erklärt unglaublich viel.
Das Muster hinter Angst vor Nähe in der Beziehung entsteht auf ganz unterschiedliche Weise. Vielleicht erkennst du dich in einem davon wieder:
• Du hast Nähe nur unter Bedingungen erlebt
• Du wurdest mit Liebe überflutet (klammernde Eltern)
• Du hast kaum Nähe bekommen und permanent danach gehungert
• Körperliche Nähe war in deiner Kindheit ungewohnt
• Emotionale Wärme gab es kaum
• Liebe war an Leistung gebunden
• Nähe bedeutete Spannungen, Drama, Unsicherheit
Alle Wege führen zu demselben inneren Ergebnis:
„Nähe ist nicht sicher.“
Und wenn dein System Nähe als unsicher abgespeichert hat, dann ist es völlig logisch, dass dein Körper schützt.
Nicht, weil du Nähe nicht willst.
Sondern weil du gelernt hast, dass sie weh tut.
Das Wichtigste zuerst:
Du kannst aufhören, dich zu verurteilen.
Du musst dich nicht mehr dafür schämen,
• dass du zumachst
• dass du flüchtest
• dass Nähe dir Angst macht
• dass du dich zurückziehst
Es bist nicht „du als erwachsene Frau, die versagt“.
Es ist dein inneres Kind, das Schutz sucht.
Und genau da setzt Innere Kind Arbeit an.
Nicht darum, dich zu reparieren.
Nicht darum, dich „endlich normal“ zu machen.
Sondern darum, dein System zu verstehen – und deine innere Sicherheit neu aufzubauen.
Es braucht zwei Dinge:
Die erkennt:
„Okay. Das ist mein Thema. Das gehört zu mir. Das passiert nicht ohne Grund.“
Nicht:
„Er macht das falsch.“
Nicht:
„Beziehung ist gefährlich.“
Sondern:
„In mir ist etwas, das Nähe nicht halten kann – noch nicht.“
Allein das verändert schon so viel.
Das Kind in dir braucht:
• Sicherheit
• gesehen werden
• dass seine Erfahrung ernst genommen wird
• keinen Druck
• keine Bewertung
• Zeit
Wenn du beginnst, mit diesem inneren Kind in Kontakt zu gehen, verändert sich etwas Grundlegendes:
Erst wenn dein inneres Kind erfahren darf,
„Ich bin sicher, so wie ich bin“,
kann dein Körper beginnen, Nähe neu zuzulassen.
Dann wird Nähe nicht mehr Bedrohung.
Dann wird sie Verbindung.
Dann wird sie Freiheit – statt Einengung.
Und ja:
Das ist möglich.
Auch für dich.
Kleine Übung für dich
Wenn du magst, nimm dir kurz Zeit.
Schließe die Augen.
Atme.
Und stell dir die Frage:
👉 „Was hindert mich an Nähe?“
Nicht denken.
Nicht analysieren.
Nimm das erste Gefühl, das kommt.
Vielleicht:
Angst.
Scham.
Überforderung.
Die Angst, verlassen zu werden.
Die Angst, dich zu verlieren.
Und dann sag innerlich:
„Okay. Ich sehe dich.“
Allein das ist ein Anfang.
Und wenn du weitergehen willst
Wenn du merkst:
„Das ist mein Thema. Und ich will es nicht nur verstehen. Ich will es verändern.“
Dann begleite ich dich gerne.
Innere Kind Arbeit ist etwas sehr Individuelles.
Und manchmal braucht es jemanden, der dich sieht, hält, begleitet und dir den Weg zeigt.
Denn Nähe darf sicher werden.
Beziehung darf leicht werden.
Und du darfst dich in Nähe nicht verlieren.
Ich hoffe, dieser Beitrag hat dich berührt.
Vielleicht beruhigt.
Vielleicht wach gemacht.
Vielleicht Mut gemacht.
Du musst das nicht alleine tragen.
Ich freue mich, wenn wir uns begegnen.
Was denkst du?